Das Niveaumilieu setzt sich aus Personen mit höheren Bildungsgraden über 40 zusammen. Im Gegensatz zum Selbstverwirklichungsmilieu ist das Niveaumilieu durch die ausschließliche Nähe zum Hochkulturschema viel näher am klassischen Bildungsbürgertum in seiner Reinform, weil man sich vom Spannungsschema (z.B. Disko) und vom Trivialschema (z.B. Volksfest) komplett distanziert.

In der Freizeit geht man ins Theater, auf klassische Konzerte, in die Oper, ins Museum oder Ausstellungen. Man liest überregionale Tageszeitungen (Frankfurter Allgemeine, Rheinische Post, Die Welt) und auch die Fernsehpräferenzen bestehen aus überregionalen Nachrichten, Kulturmagazinen, Dokumentationen und (kunst-)historischen Sendungen. Ähnlich wird es sich mit der Auswahl bevorzugter Internetpräsenzen verhalten.

Der Kleidungsstil ist eher konservativ, gerne auch elegant, jedoch nicht extravagant und auffallend. Die Wohnungseinrichtungen sind meist konventionell und antik. Massive Eichenholzmöbel, orientalische Teppiche, ein Sekretär und große, gefüllte Bücherregale mit anspruchsvoller Literatur und Sammlungen klassischer Musik dominieren das Bild. Avantgardistische Elemente werden weitestgehend vermieden.

Prototypen des Berufslebens sind (ältere) Lehrer, Professoren, Anwälte und Manager. Hierarchiedenken dominiert die primäre Perspektive. Das öffentliche Interesse ist im Niveaumilieu so groß, wie in keinem Anderen. Dies äußert sich in dem hohen Anteil an Parteimitgliedern und Wählern. Alles hat einen Rang und Ordnung. Der Ich-Weltbezug ist weltverankert: Man orientiert sich, was die Welt bietet und entscheidet, was man davon will.

Es folgt eine tabellarische Charakterisierung des Niveaumilieus, die dem Buch „Die Erlebnisgesellschaft“ von Gerhard Schulze entnommen ist.

Tabelle 4: Das Niveaumilieu – Eine Charakterisierung in Stichworten. Aus „Die Erlebnisgesellschaft – Kultursoziologie der Gegenwart“, S.291 (Prof. Dr. Gerhard Schulze)

Tabelle 4: Das Niveaumilieu – Eine Charakterisierung in Stichworten. Aus „Die Erlebnisgesellschaft – Kultursoziologie der Gegenwart“, S.291 (Prof. Dr. Gerhard Schulze)

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