Im Zeitalter der schnelllebigen digitalen Medien scheint der Film an Bedeutung zu verlieren. Er avanciert vom Kunstobjekt zum Selbstverwirklichungsprojekt mitteilungsbedürftiger Handy-Filmer, verkommt zum Konsumartikel effektüberladener Hollywoodproduktionen oder präsentiert sich als Botschafter kommerzieller Interessen.

Der Film im Internet scheint inflationär zu sein. Es scheint nichts zu geben, was es auf YouTube nicht gibt: Konsumprodukte bekommen ihren eigenen Film, um Konsumenten ein Image zu verkaufen, Musikvideos werden von Nutzern in Form von Photoslideshows der letzten Party generiert und Schmerz, Leid und Missgeschicke der Menschen sind Hauptbestandteil moderner Unterhaltung à la Web 2.0.

Dieses Überangebot an Filmsequenzen aller Art im Internet hat zu einer regelrechten Abwertung des Films geführt. Filme im Internet sind heute nichts Besonderes mehr. Filme werden erwartet und gehören zum guten Ton eines Webseitenbetreibers. Auf YouTube werden zu einer allgemeinen Suchanfrage Millionen von Videos gefunden. Der damit verbundene Bedeutungsverlust von Filmen im Internet brachte die Idee zum Thema dieser Arbeit hervor. Filme im Internet müssen wieder an Wert gewinnen. So wie ein geringes Angebot bei hoher Nachfrage zu höheren Preisen führt, können auch Filme auf einer spezialisierten Internetplattform durch Reduktion (Qualität statt Quantität) und Fluktuation (statt Kumulation) wieder an Wert gewinnen.

Wird eine Präsentationsplattform jenseits von YouTube, MySpace, Vimeo & Co überhaupt noch benötigt? Diese und andere Fragen sollen mit dieser Arbeit erörtert werden.

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